rb. „Wir haben diesen Boden uns erschaffen, durch unsrer Hände Fleiss“, eröffnete Doris Leuthard ihre Rede in Anlehnung an die Stauffacher-Rede in Friedrich Schillers Wilhelm Tell. Sie pries die Schweiz als Erfolgsmodell, das sich die Eidgenossenschaft mit harter, ehrlicher Arbeit verdient habe. Die Schweizerinnen und Schweizer hätten sich ein freiheitliches Land aufgebaut, wo die Bevölkerung das letzte Wort habe und eine Ordnung geschaffen, die den 26 Kantonen und 4 Sprachgemeinschaften erlaubten, in gegenseitigem Respekt zu leben. „Darauf dürfen wir stolz sein.“
Erfolgreiche Zentralschweiz
„Auch für die Zentralschweiz gilt: Wir haben diesen Boden uns erschaffen, durch unsrer Hände Fleiss“, richtete die Bundesrätin das Licht auf die Innerschweiz. Die Zentralschweiz bezeichnete sie als Sitz vieler innovativer Unternehmen und als starker Tourismusstandort. „Die Zentralschweiz ist ein Erfolgsmodell - kaum irgendwo in der Schweiz ist zum Beispiel die Arbeitslosigkeit so tief wie in der Zentralschweiz.“
Der Kompromiss als Kardinaltugend
Die CVP rief sie auf, den Erfolg der Schweiz stärker für sich in Anspruch nehmen. „Wir müssen den Leuten klar machen, dass die CVP Baumeisterin des Erfolgsmodells Schweiz ist – gerade in der Innerschweiz, wo die CVP historisch eine bestimmende Rolle hat“. Als Fundament des Erfolgs der Schweiz bezeichnete die Bundesrätin die Bereitschaft zum Konsens und zum Kompromiss. „Wenn gewisse Parteien jeden Kompromiss als faul, nett und schwach darstellen, heisst das gleichzeitig, dass sie das Erfolgsmodell Schweiz zerstören.“ Und weiter: „In der Politik ist es wie in der Familie: es braucht Kompromisse – und wer etwas anderes behauptet, der weiss nicht von was er redet.“
Wer ein guter Schweizer ist
Angesichts der Kontroverse ums Rütli – die SVP hatte sich vor einigen Wochen respektlos über die Vorschriften zur Benutzung der Rütliwiese hinweggesetzt – verzichtete die CVP auf den Gang aufs Rütli. Doris Leuthard hielt ihre Rede auf dem Schiff in Sichtweite des Rütlis. In diesem Zusammenhang rückte sie auch das Bild des „guten Schweizers“ zurecht. „Ein guter Schweizer ist nicht nur, wer jedes Wochenende ein Jodler- und Trachtenfest besucht; ein guter Schweizer ist man vor allem dann, wenn man den alten Eidgenossen gleich bei unterschiedlicher Interessenlage gemeinsam nach mehrheitsfähigen Lösungen sucht“, hielt die Bundesrätin ein Plädoyer für die lösungsorientierten Mitteparteien.
Im Anschluss an die Rede verabschiedeten die rund 250 Anwesenden eine Rütli-Resolution, die von den Zentralschweizer Kantonalparteien der CVP gemeinsam ausgearbeitet wurde.
Foto-Impressionen zur Rütlisternfahrt finden Sie hier
