Temperaturen wie im Spätsommer, erste Skirennen abgesagt, dazu ein überhöhter Eurokurs: Sorglos sass Beni Stöckli sen. nicht auf dem Podium in Wolhusen. Auf Einladung der Luzerner AWG (Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft) diskutierte er über Skirennsport und das Skibusiness. „Gute Winter sind die Voraussetzung für alles“, so Stöckli. Auch wenn ein Produkt technisch top und das Marketing hochprofessionell sind: „Wir brauchen die Kälte.“ Solange sich das Winterklima nicht stark verändert, blickt Stöckli für seine flexible Firma optimistisch in die Zukunft.
Urs Lehmann für Städte-Rennen
„Das Wetter ist schon wichtig, aber man muss den Skisport auch sehen, erleben können“, sagte Urs Lehmann, Präsident von Swiss Ski. Er bezeichnete die geplanten Städterennen in München oder Moskau als gute Sache. „Wir müssen den Skisport zu den Leuten bringen.“ Auch aus Sicht der Sportindustrie sei es positiv, dass der Skisport weltumspannend platziert werde. Ein Beispiel sei die Olympiade in Sotschi 2014.
Christian Spescha, Skirennfahrer und Europacupsieger 2010, blickt zwar mit gemischten Gefühlen auf gewisse „exotische“ Austragungsorte. Für die Fahrer seien weite Anfahrtswege stressig, doch ein neues Skigebiet sei auch spannend. Für die technische Feinabstimmung stehen Christian Spescha die Fachleute seines Ausrüsters Stöckli zur Seite. Ein Jahr und unzählige Tests waren nötig, um die optimalen Einstellungen für Spescha zu finden.
Von der zündenden Idee zum Erfolg
Vor der Podiumsdiskussion, geleitet von Gregor Boog, faszinierte Walter Reusser, Brandmanager von Stöckli Outdoor Sports, mit einem Referat zum Thema „Ist Erfolg planbar?“. Er zeigte den Weg auf von der Idee Skicross bis zu Mike Schmids Olympiasieg auf Stöckli-Skis. Das Fazit: Am Anfang steht eine zündende Idee. Doch nur wer den eingeschlagenen Weg eisern verfolgt, jedes technische Detail beachtet, wirtschaftlich clever denkt, sich minutiös auf jede Eventualität vorbereitet und am Schluss noch etwas Glück hat, kann einen solchen Erfolg feiern.
Zum Auftakt der Veranstaltung sorgte AWG-Vorstandsmitglied Kurt Bischof für manches Schmunzeln. Mit einer gehörigen Portion Polit-Satire verpflanzte er die Ergebnisse der Luzerner National- und Ständeräte in die Welt des Wintersports. Politiker wurden Athleten: Die Goldmedaille im Riesenslalom etwa habe sich der gewichtige Entlebucher Gewerbler Ruedi Lustenberger dank einiger „elegant gefahrener Rechtskurven“ geholt. Ida Glanzmann-Hunkeler machte Silber in der Kombination, weil sie meisterhaft verschiedene Themen wie Alter, Sicherheit und Wirtschaft bewirtschaftet. Leo Müller habe es in der Königsdisziplin Abfahrt mit einer „löwenstarken Leistung“ zur Bronzemedaille geschafft. Die GLP verdanke die Goldmedaille in der Kategorie Skispringen einzig und allein den mega extrem guten Windverhältnissen. Demgegenüber ist das FDP-Team unter der Bundeshauskuppel unangefochten Meister in der Kategorie Senioren-Sport.
