Der Abbruch des Fussballspiels GC – FCZ bringt das Fass zum Überlaufen. „Clubs, Fussballverband und Politik sind bis heute nicht in der Lage, den Hooliganismus in den Griff zu bekommen“, sagt Ida Glanzmann-Hunkeler. Deshalb brauche es neue Vorschläge in der Debatte. „Denn ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Massnahmen“.
Rote Karte: Führerschein weg
Ida Glanzmann-Hunkeler schwebt vor, die (zumeist jugendlichen) Randalierer dort zu packen, wo es ihnen am meisten wehtut: nämlich beim Führerschein. „Ich erlebe immer wieder, wie wichtig jungen Erwachsenen der Führerausweis ist. Ein angedrohter Entzug des Führerscheins könnte darum viele Jugendliche davon abhalten, ihrem Zerstörungstrieb freien Lauf zu lassen“, erklärt Ida Glanzmann-Hunkeler. Konkret soll einem jugendlichen Vandalen beim ersten Vergehen eine „gelbe Karte“ als Verwarnung gezeigt werden. Zeigt sich der Jugendliche unverbesserlich, soll ihm der Führerausweis entzogen werden können. Für den Fall, dass der Jugendliche noch keinen Ausweis besitzt, soll der Bundesrat prüfen, ob der Führerschein erst später ausgehändigt werden kann.
Gute Erfahrungen in Deutschland
Ida Glanzmann-Hunkeler glaubt, dass ein solches System ein wirkungsvolles Mittel gegen die Fussball-Chaoten und Vandalen im Allgemeinen wäre. Sie verweist dabei auf das Beispiel Deutschland. „Dort hat man in Pilotprojekten bereits gute Erfahrungen gemacht.“ Einen ähnlichen Vorstoss hatte letztes Jahr CVP-Kantonsrat Franz Wüest eingebracht. Der Kantonsrat beurteilte den Vorstoss damals abschlägig – vor allem weil das Strassenverkehrs- und Strafgesetz auf Bundesebene geregelt ist.
Luzerner CVP-Nationalräte sorgen für mehr Sicherheit
Ida Glanzmann-Hunkeler engagiert sich seit Längerem gegen den Hooliganismus an Sportveranstaltungen. Im April reichte sie eine Motion ein zur Schaffung eines nationalen Gesetzes zur Bekämpfung von Gewalt an Sportanlässen (11.3333). Im September forderte sie in einem Postulat einen vertieften Bericht, der mögliche Lösungen zur Eindämmung der Ausschreitungen aufzeigt (11.3875). Auch Nationalrat Pius Segmüller kämpft für sichere Sportveranstaltungen. Im September reichte er einen Vorstoss ein (11.3872), der konkrete Massnahmen vorschlägt – unter anderem die Ausweispflicht der Zuschauerinnen und Zuschauer sowie eine flächendeckende Videoüberwachung in den Stadien.
