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Vorstoss zum zweijährigen Kindergarten für Fremdsprachige

13. September 2011
Früher Deutsch lernen für einen besseren Schulabschluss

CVP-Kantonsrätin Andrea Gmür-Schönenberger möchte fremdsprachige Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen verpflichten, den zweijährigen Kindergarten zu besuchen. Ziel ist es, die Startchancen der ausländischen Kinder zu verbessern und damit die Integration zu erleichtern.

Statistiken zeigen klar: Ausländische Jugendliche kämpfen heute überdurchschnittlich oft mit schulischen Problemen. So ist zum Beispiel der Anteil ausländischer Kinder in Sonderschulen und Realschulen doppelt so hoch wie jener Schweizer Kinder. Ein Hauptgrund für die ausbleibenden Schulerfolge liegt in den mangelnden Kenntnissen der Landessprache, wie Untersuchungen zeigen. „Wenn wir wirklich dafür sorgen wollen, dass sich die ausländische Bevölkerung in der Schweiz besser integriert, müssen wir deshalb hier den Hebel ansetzen“, erklärt Andrea Gmür-Schönenberger.

Sprache als Schlüssel zur Integration

„Ziel muss es sein, dass einheimische und ausländische Kinder möglichst dieselben Startchancen haben.“ Ein geeignetes Mittel dafür sieht die Luzernerin im zweijährigen Kindergarten. „Der zweijährige Kindergarten bietet den fremdsprachigen Kindern eine ideale Möglichkeit, früher Deutsch zu lernen“, sagt Andrea Gmür. Sie fordert deshalb, dass für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen der zweijährige Kindergarten obligatorisch wird. „Damit kommen die Kinder früher in Kontakt mit der deutschen Sprache und haben so weniger Mühe beim Schuleintritt.“ Der Zeitpunkt für den Vorstoss ist ideal. Mit dem Ja zum Volksschulbildungsgesetz im Frühling dieses Jahres wird jede Gemeinde verpflichtet, einen zweijährigen Kindergarten zu führen. „Das Angebot besteht also bald flächendeckend im ganzen Kanton Luzern“, sagt Andrea Gmür.

Klassenverband profitiert als ganzes

Von verbesserten Deutschkenntnissen profitieren nicht nur die fremdsprachigen Kinder selbst, sondern auch deren Mitschülerinnen und Mitschüler. Untersuchungen zeigen nämlich, dass ein hoher Anteil von Schulkindern mit ungenügenden Sprachkenntnissen das Leistungsniveau der ganzen Klasse beeinträchtigen kann. Auch dieser Gefahr will Andrea Gmür mit ihrem Vorstoss entgegentreten.

Fördern und Fordern

Das Engagement von Andrea Gmür reiht sich nahtlos in die Ausländerpolitik des „Förderns und Forderns“ der CVP ein. „Wir wollen Probleme an der Wurzel packen, anstatt daraus politisches Kapital zu schlagen“, erklärt Andrea Gmür. „Wenn wir es schaffen, die Sprachkompetenzen und Schulabschlüsse fremdsprachiger Schüler zu verbessern, nützt das weit mehr als alle wahltaktisch motivierten Ausländerinitiativen.“

 
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