Eine persönliche Würdigung von Parteipräsident Martin Schwegler:
„Es gibt Geschichten, die sind sehr typisch für Toni Schwingruber. So auch jene, welche sich offenbar vor Jahrzehnten, als er noch im Studium war, im Menznau abspielte. Toni Schwingruber arbeitete damals während seines Studiums im Restaurant Lamm in Menznau als Aushilfs-Magaziner. Als sein zukünftiger Schwager, der an er Oberstufe als Lehrer arbeitet, verunfallte und ins Spital musste, fragte ihn der Lammwirt und Gemeinderat Fredy Dobmann, ob er nicht sofort als Lehrer einspringen könne. Offenbar ohne lang zu überlegen machte Toni über den Mittag einen Spitalbesuch beim Verunfallten, liess sich instruieren, und stand am Nachmittag vor der Klasse. Ich bin überzeugt, die Schüler haben den Unterricht genossen.
Der Weg von der Wirtschaft in die Schule war für den späteren Regierungsrat Dr. Anton Schwingruber ein Sprung, der ihm leicht fiel. Der Wechsel vom Volkswirtschaftsdepartement in das Bildungsdepartement war für ihn das Natürlichste der Welt. In den ersten acht Jahren seiner Regierungstätigkeit genoss er die Führungen durch Unternehmen oder die Viehschauen, welche auf dem Programm eines Volkswirtschaftsdirektors stehen. In den zweiten acht Jahren als Bildungs- und Kulturdirektor waren es dann die Schulbesuche oder die Konzerte im KKL.
Gesegnet mit einem Haufen Talent fällt Toni Schwingruber manches enorm leicht, was für andere undenkbar ist. Und dort, wo es Schwierigkeiten gab, hatte er genügend Gelassenheit und Humor, um diese nicht persönlich zu nehmen. Daraus aber zu schliessen, dass dem Regierungsrat Toni Schwingruber die nötige Ernsthaftigkeit fehlte, wäre falsch. Im Gegenteil, Toni Schwingruber hat damals als Regierungsrat das Projekt „Luzern 99“ aus Überzeugung mitgeprägt, weil er sich Sorgen um die Zukunft des Kantons machte. Heute, wo der Kanton Luznern saniert ist und gut da steht, da bin ich mir ziemlich sicher, dass Toni Schwingruber seinen Regierungskollegen auch schon gesagt hat, dass Steuern senken und Sparen alleine kein Regierungsprogramm ist. Denn die Randregionen, die sogenannt kleinen Leute oder auch etwa die Kultur sind auf einen starken und handlungsfähigen Staat angewiesen.
In den 16 Jahren Regierungstätigkeit hat sich enorm viel bewegt. Manchen sind die Entwicklungen, gerade im Bildungswesen, zu schnell gegangen. Toni Schwingruber hat diese immer verteidigt und sie als Fortschritte gesehen. Er selber musste schliesslich in der Schule noch Kohlen schaufeln gehen, damit es im Schulzimmer warm war.
Man könnte an dieser Stelle unzählige Verdienste von Toni Schwingruber als Regierungsrat aufzählen. Aber der für mich grösste Verdienst ist, dass er es geschafft hat, der Mensch zu bleiben, der er immer war.
Ich bin überzeugt, mit Toni Schwingruber tritt eine der bemerkenswertesten Personen der jüngeren Luzerner Geschichte aus dem Schweinwerfer des politischen Lebens. Als enorm geistreicher Mensch - dem aber nie etwas in den Kopf gestiegen ist - weiss er die nun freie Zeit zu geniessen. Alle, die dabei in den Genuss seiner Gesellschaft kommen, dürfen sich freuen.“
